Ursachen und Risikofaktoren der Interstitiellen Zystitis1

Bei der Interstitiellen Zystitis unterscheidet man nach Risikofaktoren, die zur Entstehung der Krankheit beitragen und sogenannte Triggern, die im Krankheitsverlauf einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die Schwere der Symptome oder das Auftreten von Krankheitsschüben haben können.

Teil der Behandlung ist es, Risikofaktoren oder Trigger unter Kontrolle zu bringen und – soweit möglich – zu meiden.

Welche Faktoren fördern die IC/BPS-Entstehung?

Die genauen Ursachen für die Entstehung einer Interstitiellen Zystitis sind zwar noch nicht geklärt, die Experten sind sich aber einig, dass es ein breites Feld möglicher Auslöser für eine Interstitielle Zystitis gibt. Man spricht daher von einem sogenannten multifaktoriellen Geschehen.

Dazu gehören:

  • vorausgegangene Blaseninfektionen
  • die Störung der Zellentwicklung und des Stoffwechsels in der Blasenwand
  • die Überaktivität von entzündungsfördernden Genen/genetische Veranlagung
  • eine Überaktivität von Nerven(-zellen)
  • eine Beeinträchtigung der kleinen Blutgefäße des Harntraktes
  • verschiedene Lebensmittelunverträglichkeiten
  • eine Histaminintoleranz (Histamin ist ein Botenstoff, der bei Entzündungen freigesetzt wird aber auch in Nahrungsmitteln vorkommt)
  • Traumata, wie bestimmte Operationen, aber auch physischer oder psychischer Missbrauch, darunter auch sexueller Missbrauch
  • Fehlfunktionen in der Beckenbodenmuskulatur aufgrund von Verspannungen
  • eine erhöhte Durchlässigkeit von Darm und Harnblase, die sich gegenseitig beeinflussen könnte (Leaky-Gut-Syndrom)
  • ein verarmtes oder nicht ausbalanciertes Mikrobiom im Urin und im Darm, welches es „Problemkeimen“ erleichtert, sich zu vermehren
  • Begleiterkrankungen, wie zum Beispiel Reizdarmsyndrom, Endometriose, unter denen die Betroffenen häufig zusätzlich leiden. Man weiß allerdings bis heute noch nicht, ob sie die Entstehung einer Interstitiellen Zystitis begünstigen oder die gleichen auslösenden Faktoren besitzen.

Was ist das Mikrobiom?

Das Mikrobiom wird auch Mikrobiota genannt. Auf den Menschen bezogen, sind damit alle Mikroorganismen gemeint, die im Darm, auf der Haut und auf den Schleimhäuten leben, zum Beispiel in der Nase, im Mund oder den Genitalorganen.

Interessanterweise hat man bei IC/BPS-Patientinnen festgestellt, dass die Diversität bestimmter Bakterien in Stuhl und Urin geringer war als bei gesunden Frauen.1

Bestimmte Triggerfaktoren verursachen erneute Krankheitsschübe

Eine Prüfung, Streit in der Familie oder eine stressige Arbeitswoche und es geht wieder los. Sobald meine Nerven blank liegen, beginnen die Schmerzen in der Blase…

Was aber, wenn die Symptome (wieder) schlimmer werden? Was könnten mögliche Auslöser sein? Es gibt verschiedene solcher Trigger, die dafür verantwortlich sein können.
Nach ihnen sollte geforscht werden und diese – soweit möglich – gemieden werden.

Zu den heute bekannten Triggerfaktoren gehören bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente – so auch einige Schmerzmittel oder Allergene. Auch manche Verhaltensweisen und Lebensumstände, wie z. B. Stress, Kälte, häufiger Geschlechtsverkehr oder sogar Mückenstiche können die Symptomatik verschlimmern, genauso wie zu enge Kleidung, bestimmte sportliche Aktivitäten und insgesamt ein geschwächtes Immunsystem.

Verwandte Themen

Wie entsteht und verläuft die IC/BPS?

Wie wird IC/BPS behandelt?

Interstitielle Zystitis – Wie meistere ich den Alltag?