Nicht-invasive Verfahren1,2

Wenn Tabletten & Co nicht ausreichend helfen, gibt es noch andere Behandlungsmöglichkeiten, die bei einer Interstitiellen Zystitis angewendet werden können, bevor man zum letzten Ausweg „Operation“ greift.

Botoxinjektionen

Zum Beispiel können in einem späteren Krankheitsstadium mithilfe von Botulinum-Injektionen („Botox“) die Nerven für eine Zeit lang „ruhig gestellt“ werden. Denn Botox stört den Nervenstoffwechsel und hemmt so die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen.

Botoxinjektionen werden gleichmäßig an mehreren Stellen in der Blase gesetzt, um die gereizten Nerven zu beruhigen.

Hydrodistension

Die Hydrodistension, also die Ausdehnung der Blase unter Lokalanästhesie oder Vollnarkose durch eine wässrige Lösung, ist nicht nur ein wichtiges Diagnosewerkzeug. Sie ist auch eine wirksame Behandlungsmethode, mithilfe derer bei etwa der Hälfte aller Patienten eine Verbesserung der Symptome für einige Monate erzielt werden kann.

Fulguration

Ein weiteres Verfahren ist die sogenannte Fulguration. Darunter versteht man die Verödung von Hunner-Läsionen mit einem Laser oder durch elektrische Entladung. Der Eingriff erfolgt mit einem Endoskop. Nach der Verödung erfolgt eine Regeneration der verschorften Bereiche der Blasenwand ohne der Bildung von Narbengewebe. Der Reiz zur Regeneration vermindert häufig die Schmerzen, den Harndrang bzw. den Bakterienbefall.

Transurethrale Resektion

Bei der transurethralen Resektion wird geschädigtes Gewebe „abgetragen“. Dieser Eingriff erfolgt ebenfalls mithilfe eines Endoskops.

Beide Eingriffe können auch in Kombination mit einer Blasendehnung (Hydrodistension) erfolgen und können dadurch auch wirksamer sein.1

Wie lange die Patient(inn)en durch Fulguration oder Resektion weniger Schmerzen haben, ist unterschiedlich. Normalerweise sind es zwischen mehreren Monaten bis zu zwei Jahre.1

EMDA

Ein weiteres, effektives Verfahren ist die EMDA-Therapie (Electromotive Drug Administration). Mit ihrer Hilfe kann die Effektivität von Instillationen durch elektronische Stimulation des Blasengewebes erhöht werden.

Unter örtlicher Betäubung werden mit einem Elektrodenkatheter die Medikamente in die Blase eingebracht. Durch den schwachen Strom können die Wirkstoffe bis in die tieferen Schichten der Blasenwand eingebracht werden.

Die EMDA-Therapie erhöht durch elektronische Stimulation die Wirksamkeit von Arzneimitteln, die in die Blase eingebracht werden.

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