Was sind abakterielle Blasenentzündungen?

Immer wieder Schmerzen, immer wieder eine Entzündung. Ich wusste nicht mehr, was ich noch machen sollte. Ich hatte schon alles, was ich immer vorbeugend benutze und was mir normalerweise gut hilft, ausprobiert – ohne Wirkung. Mein Arzt konnte keine Bakterien im Urin finden, verordnete mir aber trotzdem vorsorglich ein Antibiotikum…

Kehren Blasenentzündungen trotz Antibiotikatherapie immer wieder? Sind Ihre Beschwerden trotz Behandlung mit einem Antibiotikum oder D-Mannose nicht besser geworden?

Dann sollten Sie zum Arzt gehen und eine Urinkultur anlegen lassen. Fällt diese trotz der typischen unangenehmen Symptome einer Blasenentzündung negativ aus, d. h. es sind keine Bakterien im Urin messbar, liegt möglicherweise eine abakterielle – also eine nicht durch Bakterien verursachte Blasenentzündung vor. Dann muss nach dem Auslöser für Ihre Beschwerden weiter gesucht werden.

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen, wie die einer bakteriellen Blasenentzündung, aber nicht von Bakterien verursacht werden.
Neben einer überaktiven Blase (= Overactive Bladder, OAB), Prostataentzündung (Prostatitis) oder einer Endometriose könnte auch eine Interstitielle Zystitis (kurz auch IC/BPS oder Blasenschmerzsyndrom genannt) für Ihre Beschwerden verantwortlich sein.

Auf dieser Website finden Sie viele hilfreiche Informationen zum Krankheitsbild Interstitielle Zystitis.

Lesen Sie im Folgenden mehr.

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Interstitielle Zystitis (IC/BPS)

Ständig habe ich mich gefragt: Warum habe ich immer wieder Schmerzen und Blasenentzündungen? Und warum helfen mir Behandlungen mit Antibiotika nicht ausreichend? Was ist das nur? Dieser starke Druck, der nur schwer zu ertragen ist, bis ich meine Blase entleert habe.

Mein Problem ist, dass ich auf die Toilette gehe und dann 5 Minuten auf der Toilette mit diesem Druck sitze und nichts geht. Wenn ich dann meine Blase entleeren kann, bin ich vielleicht etwa eine halbe Stunde frei von Schmerz und Druck. Doch dann setzt der Blasendruck wieder ein und steigert sich langsam. Nach einer Stunde muss ich wieder dringend auf die Toilette – spätestens.

Vermuten Sie bereits, dass Sie unter einer Interstitiellen Zystitis leiden könnten?

Dann kennen Sie die Krankheitsanzeichen sicher nur zu genau:
Heftiger Harndrang, der Sie plötzlich überfällt, ständiges Druckgefühl (imperativer Harndrang), häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) und Ausscheiden kleiner Urinmengen, teils mit unterbrochenem Harnstrahl, bis zu 60(!)-mal am Tag und nächtlicher Harndrang (Nykturie).1

Es gibt auch Mischformen. Denn durch die Schädigung der Blasenwandschutzschicht, die aus langkettigen Zuckermolekülen, den Glykosaminoglykanen (GAG) gebildet wird – der sogenannten GAG-Schicht – können sich zusätzlich bakterielle Harnwegsinfekte ausbilden. Der Grund dafür ist, dass es den Bakterien leichter fällt, sich an die geschädigte Blasenwand anzuheften bzw. in diese einzudringen.

Lesen Sie hier mehr über die Interstitielle Zystitis

Radiogene Zystitis

Eine spezielle Form der abakteriellen Blasenentzündung ist die radiogene Zystitis. Sie ist eine belastende Nebenwirkung bei einer Strahlentherapie im Beckenbereich. Man nennt sie daher auch „Strahlenblase“. Der Schweregrad hängt dabei von der Strahlendosis ab. Die Beschwerden können bereits während der Behandlung auftreten, aber auch erst Monate danach.

Chemozystitis

Wie bei der radiogenen Zystitis gibt es auch hier einen konkreten Auslöser für die Chemozystitis: Sie ist eine Begleiterscheinung der Chemotherapie bei Krebserkrankungen. Die Patienten leiden bei beiden Formen unter schmerzhaftem Harndrang und haben häufig Blut im Urin. Die Symptome werden hier auch nicht durch Bakterien ausgelöst.

  1. Jocham D et al. Urologe 2013; 52(5): 691-702

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